Von Florian Rieger – Es wurde ja bereits seit langem zum Duell der Giganten stilisiert: der relativ kleine Technologieführer Tableau gegen das scheinbar übermächtige Microsoft mit seinem Tool Power BI. Der diesjährige Magische Quadrant trägt dieser Entwicklung nun endgültig Rechnung: beide Tools distanzieren sich, gemeinsam, von der Konkurrenz. Klar und eindeutig. Weniger klar und eindeutig sind für einige, auch wenn viel darüber geschrieben wurde, die Unterschiede zwischen beiden Tools.
Eines vorab: ich arbeite mit Tableau seit 2012. Tableau ist der Marktführer und unsere Kunden schätzen das Produkt, sehr. Es wäre also müssig, hier einen Pseudo-Vergleich anzuregen, derer gab es im letzten Jahr zu Genüge. Stattdessen habe ich mich einmal umgesehen, wer denn spannendes zum Thema veröffentlicht hat.
Da ist  Ken Flerlage, der seine Veröffentichungen in Tableau Public einmal mit Power BI repliziert hat – die Ergebnisse finden sich hier http://www.kenflerlage.com/2016/10/tableau-vs-power-bi-my-two-cents.html.
Ken´s Schlussfolgerungen decken sich fast vollständig mit den meinen: Power BI gibt einem nur das Gefühl, man arbeitet ja auch in einer sehr bekannten Excel-Domäne, man könne anspruchsvolle Visualisierungen realisieren, und scheitert dann dennoch. Ein Moment der Frustration, den wir natürlich alle kennen, den es jedoch insbesondere in Datentransformationsprojekten unbedingt zu vermeiden gilt. Denn sinkt die Motivation, insbesondere weil nicht schnell genug entscheidungsrelevante Resultate, sprich: greifbare Ergebnisse, ein besseres Verstehen von Daten, geliefert werden, dann droht ein Projekt zu scheitern.
Signifikante „Shortfalls“ von Power BI sind hier seine Grenze von 3.500 Datenpunkten, der Mangel an Pop-up-Anpassung, die Begrenzung auf die Anzahl der Kategorien, die analysiert werden können, die limitierte User Experience, die einen weiter in eine Excel-Welt verbannt.

Weiterhin schränkt Power BI den Nutzer dahingehend ein, dass eine Ansicht immer nur von einer Datenquelle gespeist werden kann (siehe Abbildung oben). Bekannte Mechanismen aus Tableau wie Data Blending oder Cross-Database-Joining sucht man in Power BI vergebens. Dies bedingt eine stärkere Auf- und Vorbereitung der Daten in der Datenquelle.
Ebenso sind keine Kombinationen von Ansichten in einem Arbeitsblatt möglich (siehe Abbildung unten).

Darüber gibt es derzeit keine Möglichkeit nutzerspezifische Dashboards und Views zu erzeugen, sodass je nach Nutzer oder Umgebung eine andere Ansicht erscheint.
Eine der bisher größten Einschränkungen betrifft die fehlende Integration der Ansichten in andere Webseiten und Applikationen. Zwar können Dashboards geteilt werden und über die Office 365 Cloud anderen Nutzern zugänglich gemacht werden. Jedoch betrifft dies nur unternehmensinterne Nutzer. Sollen Dashboards für externe Kunden, Lieferanten etc. erreichbar sein, ist eine Integration nur schwer bis gar nicht möglich.
Natürlich arbeitet Microsoft daran, auch wenn man aus Redmond hört mit nun reduzierten Ressourcen. Das heisst sicher nicht, dass es nicht auch in diesem Jahr spannend wird.
Tableau ist Markt- und Technologieführer, wir arbeiten zusammen mit unseren Kunden ständig an Verbesserungen des Produkt wie zuletzt in der Version 10.2. Wir haben und sind eine starke Community, das zeigt sich auf Tableau Public täglich.
Apropos, eine wirklich schöne Visualisierung zum Thema hat Adrian Charles geliefert http://www.adriencharles.com/magic-quadrant-2017-by-gartner/ – viel Spass damit!
Sollten Sie weitere Fragen zu Tableau oder anderen Tools und Themen rund um das Thema Self-Service Business Intelligence haben, kontaktieren Sie gerne mich florian.rieger@m2dot.com oder einen unserer BeraterInnnen!